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Erste Hilfe

Mauersegler sind äußerst komplizierte Patienten! Schon kleinste Fehler in der Behandlung können fatale Folgen haben. Informieren Sie sich gründlich, ehe Sie irgendetwas auf eigene Faust unternehmen oder den Vogel zu füttern versuchen. Telefonischen Rat erhalten Sie in der Mauerseglerklinik der DGfM unter 069-35351504. Wenn die Möglichkeit besteht, den Fundvogel umgehend an die Mauerseglerklinik oder an eine kompetente Pflegestelle abzugeben, ist dies unbedingt eigenen Manipulationen vorzuziehen! Falls diese Möglichkeit nicht besteht, erhalten Sie auf den nachfolgenden Seiten detaillierte Anleitungen für den Umgang mit einem Mauersegler.

Maßnahmen zur Erstversorgung des Mauerseglers unmittelbar nach dem Fund:

1) Dem Mauersegler einige Tropfen Wasser geben, die man mit dem Finger an den Schnabelrand streicht. Keine Tränk- oder Fütterungsversuche bei Vögeln im Schock! Jungvögel sollten nach dem Finger schnappen (siehe auch "Füttern").

2) Schock, Verletzungen oder Wunden? Sofort zu einem Tierarzt, der sich mit der Behandlung von Vögeln auskennt! Bei Anflügen muß unverzüglich eine Schockbehandlung vorgenommen werden, jede Stunde zählt! Einen am Boden gefundenen Mauersegler nie einfach in die Luft werfen! Keine Freilassungsversuche, ehe nicht geklärt ist, was dem Vogel fehlt.
Für Transporte: Einen weich ausgelegten Pappkarton nehmen, nie einen Käfig !

3) Durch Wiegen den Ernährungszustand des Seglers überprüfen. Grobe Faustregel: Befiederter Mauersegler unter 30g = sehr kritisch! Dann ist eine Notversorgung durch den Tierarzt nötig (Infusionen mit Aufbaupräparaten). Bis dahin alle 10-15 Minuten wenige Tropfen Traubenzuckerlösung eingeben (Vogel dabei nicht auf den Rücken legen!). Vorsicht beim Öffnen des Schnabels: Er bricht leicht! Beachte: Segler öffnen den Schnabel meist nicht von selbst.

4) Den Mauersegler in einem mit weichen Küchentüchern / Handtuch ausgelegtem Plastikkasten oder Pappkarton unterbringen, niemals in einem Käfig! Unterkühlte, verunfallte oder abgemagerte Vögel warmhalten (z.B. Wärmelampe, 32°C - 35°C; kein UV-Licht!). Ruhig und halbdunkel stellen.

5) Futter besorgen! Heimchen oder Steppengrillen (subadulte Stadien, unbeflügelt!) sind Futtermittel der Wahl und  in fast allen Zoohandlungen erhältlich. Falls nicht gleich zu beschaffen, mit folgendem Ersatzfutter überbrücken:
a) Familie und alle Freunde losschicken, um Insekten (z.B. Fliegen, Mücken, Heuschrecken, Grashüpfer, - keine Regenwürmer!) und Spinnen zu fangen.
b) Imker in der Nähe (das weiß manchmal die Feuerwehr)? Beige-braune bis
dunkle, fast fertige Drohnen (= männliche Bienen) sind nicht nur als Ersatzfutter und Aufbaunahrung geeignet, sondern auch als bekömmliches Beifutter zu den Grillen.
c) Reines Insektenfutter aus der Zoohandlung (Zusammensetzung kontrollieren – oft sind Bäckereierzeugnisse darin enthalten!) portionsweise mit etwas Wasser anweichen.
d) "Beoperlen" (Fa. Vitakraft), frisch gehäutete weiße Mehlwürmer oder Ameiseneier können ebenfalls kurzfristig (max. 1-2 Tage) verfüttert werden.

Futter anfangs nur in kleinsten Portionen geben und darauf achten, ob der
Mauersegler schluckt und Kot absetzt. Aufpassen dass der Vogel sich nicht verschluckt! Die Öffnung der Luftröhre liegt unmittelbar hinter der Zunge!

Möglichst mit sauberer, stumpfer Pinzette füttern - "Finger-in-den-Schnabel" ohne vorherige gründliche Reinigung und Desinfektion der Hände bedeutet Infektionsgefahr für den Vogel durch Einschleppen von Keimen in den Rachen!

Lebenswichtig für den Mauersegler:

Möglichst schnell muss artgerechtes Futter (Insekten und Spinnen) verabreicht werden. Keinesfalls Experimente mit menschlichen Speisen. Keinesfalls darf Hackfleisch oder Mett gegeben werden. Kein Katzen- oder Hundedosenfutter.

 

Buchenstraße 9
D-65933 Frankfurt

Tel.:+49(69)35 35 15 04
Wir nehmen nur Segler an! Anfragen zu anderen Vogelarten werden nicht beantwortet!
Infos zu anderen Vogelarten: http://www.wildvogelhilfe.org/
 
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