Das Patientenvolumen der Mauerseglerklinik (bzw. früher: "Mauerseglerstation") stieg in den Anfangsjahren stetig an und pendelte sich seit 2003 zwischen 500 und 700 Seglern pro Saison ein, wobei die scheinbaren Rückgänge ab 2007 artifiziell begründet sind. 2010 wurde die 700er-Marke erstmals überschritten.
Die Fluktuationen von 2003-2010 sind einerseits durch Umweltfaktoren begründet, die sich auf das (Brut-)Verhalten der Mauersegler auswirken. In besonders heißen Jahren springen beispielsweise mehr Jungvögel aus ihrem Nest, um dem Hitzetod zu entgehen. Entsprechend werden mehr hilfsbedürftige Jungvögel gefunden und in die Klinik gebracht.
Andererseits musste die Klinik seit 2007 temporäre Aufnahmestopps verhängen, weil die Kapazitätsgrenzen schlichtweg gesprengt wurden. Die folgende Grafik zeigt die tägliche Auslastung der Mauerseglerklinik im Jahr 2010. Bei ca. 180 Patienten wurde ein Aufnahmestopp für unkomplizierte Findlinge verhängt, den Findern wurde Hilfe durch telefonische Beratung und die Informationen auf der Homepage angeboten. Notfälle wurden weiterhin aufgenommen. Die Patientenzahl stieg daher noch auf über 270 Segler an, was weit jenseits der Kapazitätsgrenze liegt. Eine so hohes Patientenvolumen ließ sich nur noch durch völlige Selbstaufgabe der Helferinnen marginal bewältigen und ist bestenfalls kurzfristig durchzuhalten. Bei einem derartigen Ansturm von Mauersegler-Findlingen ist eine adäquate fachgerechte Versorgung der Tiere schließlich nicht mehr möglich, da weder personell, finanziell noch räumlich die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Eine Beschränkung der Anzahl stationärer Patienten wird daher wohl auch in Zukunft unvermeidlich sein, so schwer es auch fällt, hilfsbedürftige Findlinge abweisen zu müssen.
Jede zusätzliche Hilfe ist in einer solchen Notlage willkommen. Da die meisten Arbeitsbereiche in der Mauerseglerklinik jedoch einer Einarbeitungszeit bedürfen, müsste solche Hilfe sich bereits zu Beginn der Saison finden. Das Einarbeiten neuer HelferInnen im Stress der Hochsaison ist schlichtweg nicht realisierbar.
Wie auch in den vergangenen Jahren kam der Großteil der behandelten Segler aus Frankfurt/Main oder aus einem Umkreis bis zu 50 km. Jedoch wurden auch 2010 wieder viele Segler aus ganz Deutschland und auch aus dem europäischen Ausland zu uns gebracht. Die nachfolgende Grafik vermittelt einen groben Eindruck von der geografischen Verteilung der Herkunftsorte (nur Deutschland).
Knapp die Hälfte aller Patienten wurde 2010 von anderen Institutionen überwiesen, darunter hauptsächlich Pflegestellen, Tierheime und Tierärzte/-kliniken. In den meisten Fällen wandten sich die Finder jedoch direkt an die Mauerseglerklinik.