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Einlieferung eines Fundvogels In der Mauerseglerklinik verläuft die Vorgehensweise bei Meldung oder Abgabe eines Findlings nach relativ einheitlichem Schema. Gewöhnlich werden Fundvögel entweder direkt der Klinik telefonisch gemeldet und abgeliefert, oder sie gelangen über Umwege dorthin, nachdem sie vom Finder bei seiner Meinung nach zuständigen Stellen abgegeben worden sind (Tierarzt, Tierheim, andere Pflegestelle, Förster, Vogelfreund, Zoo...). Häufig muss der Transport des Vogels von den Mitarbeitern der Mauerseglerklinik selbst organisiert werden, wobei ehrenamtliche Kurierfahrer oder die Studentische Mitfahrgelegenheit zum Einsatz kommen.
Telefonische Meldung Name und Telefonnummer des Finders werden notiert. Durch gezielte Fragen wird festgestellt, ob es sich bei dem Fundtier um einen Mauersegler oder einen anderen Vogel handelt, - ist es kein Mauersegler, wird der Finder an den örtlichen Tierschutz oder zuständige Pflegestellen verwiesen. Ist es ein Mauersegler, wird gefragt, von wem, wann, wo und unter welchen Umständen der Vogel gefunden wurde, wie lange er sich bereits beim Anrufer befindet, ob er vorbehandelt, gefüttert oder andersweitig versorgt und wie er untergebracht wurde. Der Finder erhält die notwendigen Verhaltensmaßregeln für den Umgang mit dem Fundtier bis zur Abgabe und wird nach Möglichkeit veranlasst, den Vogel umgehend zur Mauerseglerklinik zu bringen. Handelt es sich um Finder aus entfernteren Regionen, werden weitergehende telefonische Anweisungen erteilt, insbesondere Fütterungsanleitungen, auf die DGfM-Homepage verwiesen und günstigenfalls die Adresse einer in Nähe des Finders befindlichen Vogelpflegestation genannt oder ein Transport in die Mauerseglerklinik organisiert.
Abgabe an anderer Stelle Hier fehlen häufig Daten über Finder und nähere Umstände, denn nicht selten werden gefundene Mauersegler bei Tierärzten, Tierheimen, Zoologischen Gärten, Vogelschutzvereinen etc. kommentarlos abgeliefert und gelangen erst später in die Klinik. Kontakt zu den Findern ist meistens nicht mehr herzustellen, eine Vorgeschichte wurde in der Regel nicht aufgenommen.
Stationäre Aufnahme in der Klinik Die Aufnahme eines Mauerseglers erfolgt im Hausflur an der Tür, da die sehr begrenzten Räumlichkeiten der Klinik keinen gesonderten Empfangsraum oder ein "Wartezimmer" zulassen. Außerdem ist aus Gründen der Hygiene sowie der Stressvermeidung für Patienten und Personal der Zutritt für fremde Personen generell nicht gestattet.
Der Mauersegler wird aus dem Behältnis, in dem der Finder ihn gebracht hat, in einen sauberen Curver umgesetzt und zur Untersuchung und weiteren Versorgung ins Vogelzimmer gebracht, während an der Tür die weiteren Informationen aufgenommen werden.
 - Aufnahme eines neuen Mauersegler-Patienten © P. Hartmann
Die anamnestisch bedeutsamen Fragestellungen für einen Mauersegler wurden in der Klinik seit 1995 bis hin zu einem schematisierten Fragenkatalog vervollständigt. Seit 2000 werden sie in einem 4-seitigen Patientenbogen für jeden Fundvogel systematisch erfasst. Dies geschieht, sofern die Daten nicht bereits bei der telefonischen Meldung des Vogels erhoben wurden, bei Einlieferung in der Klinik. Notiert werden Angaben über den Finder (Name, Anschrift, Telefonnummer), über Fundort und Funddatum, die genauen Fundumstände sowie Details bezüglich der am Fundtier vorgenommenen Maßnahmen vom Finder, von einem Tierarzt oder einer anderen Person. Ferner werden etwaige Fütterungsversuche, Fütterungstechnik und Unterbringung des Findlings erfragt sowie Informationen zur Dauer des Aufenthaltes beim Finder, Kontakten zu Menschen und Tieren. Auch die Frage, durch wen der Finder an die Station verwiesen wurde, ist relevant. Anschließend wird der Finder informiert, was nun mit „seinem“ Mauersegler geschieht, und seine Fragen beantwortet. Er erhält ein Informationsblatt über die Arbeit in der Mauerseglerklinik.
 - Alphabetisch geordnete Patientenbögen © I. Polaschek
Ist der eingelieferte Vogel ein Notfall und/oder herrscht während der Hochsaison extremer Stress in der Klinik, können die Gespräche mit den Findern zwangsläufig sehr kurz ausfallen, um die Versorgung der Patienten nicht durch lange Unterbrechungen zu gefährden.
Der Mauersegler wird gewogen und untersucht und in den Aufzucht- und Pflegebereich der Klinik aufgenommen. Jung- und Altsegler werden meist in getrennten Boxen, stets jedoch in kleinen Gruppen von zwei bis vier Vögeln untergebracht. Ausgenommen sind Patienten mit Verdacht auf infektiöse Erkrankungen, die in Quarantäneboxen isoliert werden. Für Notfallpatienten stehen beheizte, auf 30 – 32° C gehaltene, abgedunkelte Intensivboxen zur Verfügung.
Nach Kenntnisnahme des Vorberichtes, klinischer Untersuchung des Fundvogels, stationärer Aufnahme und Erstversorgung werden die erhobenen Daten nach Dringlichkeit gegliedert, im fortlaufend numerierten Patientenbogen protokolliert und beurteilt. Sie dienten als Entscheidungshilfe für die anschließende Behandlung des Findlings, das weitere medizinische Vorgehen und die Notwendigkeit einer radiologischen oder weiterführenden Untersuchung.
 - Untersuchung eines jungen Mauerseglers...
 - auf Gefiederschäden © E. Brendel
Die Eckdaten des Vogels werden in der Durchgangsliste der Mauerseglerklinik erfasst. Für den neuen Patienten wird eine ID-Karte geschrieben und an der Curverbox befestigt, in der er untergebracht wird. Dies sind Bürotätigkeiten, die parallel zur Versorgung des Fundvogels ablaufen. PC-Arbeiten wie z.B. die Übertragung der Durchgangsliste in Excel und die Erstellung der Beringungsliste werden derzeit extern oder auf privat mitgebrachten Laptops ausgeführt.
Die Identifizierung der Mauerseglerpatienten wird durch Beringung mit Aluminiumringen der Vogelwarte Helgoland sichergestellt oder vorläufig durch eine dezente Markierung an Kopf, Rücken oder Flügelbug mit TippEx, welches sich nach einiger Zeit rest- und schadlos von selbst wieder löst.
Fütterung, Versorgung und medizinische Behandlung der Patienten erfolgt wie unter „Fundvogel“ und „Tierarzt“ beschrieben.
 - In der Mauerseglerklinik © P. Hartmann
 - Dienstpläne © P. Hartmann
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